this post was submitted on 27 Nov 2025
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Verkehrswende
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In dieser deutschsprachigen Community dreht sich alles um das Thema Verkehrswende. Welche Entwicklungen gibt es in diesem Bereich? Wo hängt es?
In this German-speaking community, everything revolves around the topic Mobility transition. What developments are there in this area? Where are the problems?
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Lohnt sich das wirklich? Ein LKW bringt nur Geld, wenn er fährt. Alle paar hundert Kilometer erst mal ewig laden müssen weil keine Schnellade-Station weit und breit verfügbar ist könnte hier schnell ein Problem werden.
@suff @Treczoks gibt nen ganzen YT-Channel dazu: https://www.youtube.com/channel/UCXNB7Q/_d1qC0mFjn6bt8YvQ
Aber:
Ich habe mich mal mit einem Betreiber eines Schnellade-Parkplatzes in den Niederlanden unterhalten. Der hat sich für seine Säulen auch erst mal ein fettes Kabel herlegen lassen müssen, und das ging auch nur, weil in der Nähe eine entsprechend dicke Trasse vorbeikommt, sonst hätte sich das nicht gelohnt.
Wird halt der Ladestrom teurer.
Das andere "Aber":
Jeder weiß, wo die Reise hingeht. Also werden diejenigen, die damit Geld verdienen, mehr Infrastruktur bauen. Ja, ganz allein ohne den Staat, von dem man Infrasturktur eigentlich erwarten können sollte. Das einzige, was die zurückgebliebenen, die in Deutschland das sagen haben, tun können, ist, das zu sabotieren und zu verlangsam, in dem sie z.B. die Anschlüsse verschleppen (gen wie es ja jetzt schon bei Energiespeichern passiert). Ja, das werden sie sicher fleißig tun (und damit der deutschen Wirtschaft wieder einmal schwer schaden) aber an der Realität ändert sich nichts. Der Fortschritt lässt sich höchstens (auf unsere Kosten) verlangsamen aber nicht mehr aufhalten.
Nicht jede Art von Infrastruktur ist Sache des Staates. Tankstellen sind ja auch privat/kommerziell. Und so sehe ich Ladestationen auch.
Da hst du recht, aber es benötigt halt auch staatliche Infrastruktur. Wenn der Staat die Straße zur Tankstelle nicht baut oder die nötigen Genehmigungen für den unterirdischen Tank an 10 Jahre Bürokratie koppelt, wird auch Privat keine Tankstelle gebaut.
Und das selbe gilt für Ladestationen. Da macht der Privatinvestor nichts, wenn die benötigte Leistung erst in 15 Jahren zur Verfügung steht, weil dazwischen noch Netzbetreiber für die Anschlüsse sitzen, die dann gern auch mal von der Regierung verordnet bekommen, doch erstmal langsam zu machen, weil wegen Planung und so...
PS: Die 10 Jahre sind übrigens wörtlich gemeint. Solange dauern bei einigen Netzbetreibern die Genehmigungen für Energiespeicher zur Zeit. Deshalb haben wir auch inzwischen Anmeldungen in astronomischen Höhen (10 mal mehr Kapazität in beantragten Projekten als derzeit insgesamt in Deutschland existieren, mehr als wir planmäßig in knapp 10 Jahren benötigen würden, alles privat finanziert... und trotzdem geht es nicht vorwärts und es wird ständig das Märchen erzählt als die benötigten Speicher wären zu teurer. Sind sie nicht, dafür braucht der Staat tatsächlich kein Steuergeld in die Hand nehmen). Die ehemalige Geschäftsführung des deutschen Spitzenreiters, was Arbeitsverweigerung bei Netzanschlüssen angeht, ist jetzt übrigens Wirtschaftsministerin...
Dass die Leitungen etc. so lange dauern liegt nicht primär am Staat, sondern an den Armeen von NIMBYs in Deutschland.
Nach dem Motto: "Wir wollen Strom, aber weder Leitungen noch Windkraftwerke!"
Die Energiespeicherbranche hat mal so eben 200GW an Anschlüssen angefragt. Bislang hat Deutschland etwa 10GW pro Jahr an Anschlüssen für neue Kraftwerke meist Wind und Solar gebaut. Das ist also nicht unbedingt verschleppen, sondern ein reales Problem.
Ein reales Problem durch Verschleppung. Möchtest du nachschauen, wer bei den Firmen, die sich im Wettbewerb darum, wer die absurd längsten Bearbeitungszeiten bis zu 10 Jahren hinbekommt, überbieten, das Sagen hat(te)? Einen Tipp gibt's gratis: Eine davon ist jetzt Ministerin.
Klar, kann man bemängeln, dass einige Firmen Mehrfachanfragen getätigt haben, obwohl sie letztendlich sicher nur Anträge für mehrere mögliche Standorte geschrieben haben, und kann anerkennen, dass die derzeitige Flut an Anträgen tatsächlich massiv ist. Das ist auch ein reales Problem.
Aber der Grund liegt dann doch wieder in den Jahren, die eine Bearbeitung dauert. Und das nicht erst seit gestern. Das hat Prinzip, seit vielen Jahren. Ergo, gezielte Verschleppung. Also erwarte ich nichts anderes von Leuten in unserer Regierung, als das, was sie schon seit langem, sowohl in der Regierung als auch in anderen Positionen, tun.