this post was submitted on 18 Feb 2026
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de_EDV
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Ich kenne ein paar der Wörter, die du schreibst, weiser Mann.
z.B. "Pizza". Und "und".
*hust* *hust*
stells dir vor wie ein Webspace in den späten 1990er / frühen 2000; Wo das Internet noch einfach war und nicht von Konzernen überrannt war.
Ja, braucht vielleicht etwas Erklärung: Gemini ist ein Protokoll, das quasi mit HTTP(S) konkuriert. Statt HTML wird eine Markdown-ähnliche Sprache verwendet. Es gibt in dem Sinne kein JavaScript oder CSS.
Und du kannst kein Firefox und Co. verwenden, sondern brauchst einen Gemini-Browser. Weil das Protokoll so simpel ist, gibt es davon aber zum Glück eine große Auswahl.
Gemini versucht also HTTPS und HTML gleichzeitig abzulösen? Was hat das den noch für Vorteile? Das mit Markdown könnte man ja auch easy mit dem entsprechendem Content-Type lösen. Wenn der Browser den unterstützt, wird es entsprechend gerendert und wenn nicht, wird es dann einfach als text angezeigt.
Ja, genau, der Markdown-artige HTML-Ersatz heißt Gemtext.
Also wirklicher Vorteil ist bestenfalls, dass es simpel ist. Hier ist ein Beispiel-Austausch in Gemini:
Client schickt:
Server schickt:
Alles nach der ersten Zeile des Servers ist schon Inhalt.
Das ist eben so simpel, dass es komplexer wäre, wenn du einen bestehenden HTTP-Browser anpassen würdest, um zusätzlich Gemtext zu unterstützen.
Auch mMn sehr eindrücklich ist, dass das hier die vollständige, formale Definition des Gemini-Protokolls ist, und das hier die vollständige, formale Definition von Gemtext. Das ist 'ne nette Nachmittagslektüre.
Also ja, HTTP ist im Kern auch nicht wahnsinnig komplex, aber wenn man alle Eventualitäten unterstützen will, dann wird es doch schon komplexer.
Mal von der Technologie abgesehen, und wo es auch extrem subjektiv wird, ob man das als Vorteil ansieht, ist Gemini eben auch bewusst ein bisschen abgegrenzt vom World Wide Web (mit HTTP und HTML).
Stattdessen baut es sich seine eigene kleine Welt ("Geminispace") auf, die bewusst nicht alle Möglichkeiten des World Wide Web bereitstellt. Zitat z.B. von der Gemini-Webseite:
Was in der Praxis daraus gemacht wird, ist natürlich nochmal was anderes.
Also gibt durchaus mehr-oder-weniger-ernst gemeinte Stimmen, die von "Burn the Web" sprechen, weil halt so viel des World Wide Webs kommerzialisiert ist. Spätestens jetzt mit den ganzen KIs, die alles zu-spammen, was irgendwie monetarisiert werden kann, passiert das ja auch schon teilweise von selbst.
Und dann gibt es eben auch mittlerweile eine kleine Community, die sich im Geminispace findet. Der kleinste, gemeinsame Nenner bei Interessen ist eben Technologie und Nachhaltigkeit, aber man kann auch alles mögliche an Blogs dort lesen und darüber dann die Leute kennen lernen.
Hier auch eine ausführliche Einführung in das Gemtext-Markup-Format:
http://geminiprotocol.net/docs/gemtext.gmi
Es ist nicht halb so komplex wie Markdown (also das was hier bei feddit für die Formatierung der Kommentare benutzt wird). Das ist halt wirklich gezielt dafür gemacht, dass man ohne gross was nachzuschlagen seinen Text runter schreiben und publizieren kann.
Es hat weniger als 1% der Komplexität und ist praktisch wartungsfrei. Weil der Server so einfach ist, gibt es auch keine Sichereitslücken.
Der agate-Server hat beispielsweise 2 Konfigurationselemente:
Man kann das also, ähnlich wie einen File Sharing Client, in einer Stunde aufsetzen, wo man auch bei einem simpel gehaltenen HTTP Webserver eher Tage braucht.
Und man kann seine Seiten am bequemsten im Texteditor schreiben, mit Emacs, vim, notepad, oder kedit.
Gemini eignet sich auch als eine Art lokales Wiki zum Strukturieren von Informationen, Dokumenten und Medien.
(Das könnte man theoretisch auch mit einem Webbrowser, der auf eine file:// URL zeigt, mit Indexseiten in handgeschriebenem HTML, aber das ist in der Praxis viel zu unhandlich.)
Schick wär ein Client, der sich via ssh direkt mit einem Server verbinden kann und es ermöglicht, die Seite im Browserfenster zu editieren und wieder auf dem Server zu speichern - so wie die allerersten Netscape Webbrowser das konnten. (Es gibt natürlich Texteditoren und / oder FileManager, die so was können - z.B. Emacs mit Tramp, Midnight Commander, KDE Krusador, oder Notepad++, aber von denen kann glaube ich nur Emacs (mit Elpher) die Seiten auch darstellen.)
Oder du mountest dein geminispace in deinem File Explorer via FTP/SFTP/SSH und editierst deine Kapsel als läge sie auf deiner lokalen Platte :)
Das geht selbstverständlich auch :-D