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[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Du konterst hier statistische Tatsachen mit anekdotischer Evidenz. Die meisten (biodeutschen) westdeutschen Familien haben anderen an der ein oder anderen Ecke den ein oder anderen Wohlstand gebunkert. Sei es das Häuschen der Oma, ein halbwegs gefülltes Konto oder ein halbwegs finktionierender Handwerksbetrieb. Natürlich gibt es auch einen guten Teil (vielleicht ein Drittel?) bei dem das nicht so ist. Trotzdem ist der Kontrast zu ostdeutschen Generationenvermögen krass.

Und die Schere zwischen Biodeutsch und Migrant*innen oder Kapitalist*innen und Arbeiter*innen etc. machen diese Tatsache nicht ungeschehen.

[–] smokeysnilas@feddit.org 2 points 1 week ago (1 children)

vielleicht ein Drittel

Da gehe ich nicht mit. Ich bin im Ruhrgebiet aufgewachsen, dem größten Ballungsraum Deutschlands. Und da gibt es sowas wie Familienwohlstand praktisch gar nicht bzw. wirklich eher Größenordnung 1%.

Wenn Westen für dich aus Starnberg, Konstanz, Blankenese usw. besteht dann kann ich den Eindruck verstehen, das ist halt aber auch an der Realität vorbei. Ich hab jetzt auf die Schnelle zum Vermögen keine Statistik gefunden, aber die Einkommen sind z.B. in Brandenburg höher als in meiner westdeutschen Heimat. Wenn wir von Westen nach Osten umverteilen heißt das auch wir nehmen vom Ruhrgebiet und geben nach Brandenburg und machen in dem Fall die Ungleichheit und Ungerechtigkeit nur noch größer.

[–] Chemo@feddit.org 0 points 1 week ago (1 children)

In 1% der Familien gibt es Wohneigentum?

[–] smokeysnilas@feddit.org 3 points 1 week ago (1 children)

Im Ruhrgebiet liegt die Eigentumsquote so bei ~25%, in Brandenburg bei ~45% . Wohneigentum ist auch nicht automatisch Familienwohlstand. Meine Oma hatte ein Reihenhaus, das ist verkauft worden für 140k€ und das Geld ist komplett für die Pflege drauf gegangen. Da ist exakt nichts von übrig wovon die Familie irgendeinen Vorteil hätte.

Warum hängen wir uns so an den Himmelsrichtungen auf? So wiegeln wir doch nur die verarmten Westler und Ostler gegeneinander auf. Warum machen wir Umverteilung nicht einfach von reich zu arm, unabhängig vom Standort? Das ist viel treffsicherer. Und wenn die Situation tatsächlich so wäre wie du sagst, dann käme es doch aufs Gleiche heraus.

[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Das Ruhrgebiet ist eine Metropolregion, Brandenburg ein Flächenland, natürlich ist Wohneigentum kein brauchbarer Indikator für Familienwohlstand im direkten Vergleich. Vergleich doch einfach mal Ost- und Westdeutschland, statt die Diskussion mit herausgepickten Dimensionen zu verzerren:

"Westdeutschland: Das durchschnittliche Nettovermögen liegt deutlich höher als in Ostdeutschland. Aktuelle Studien zeigen, dass das durchschnittliche Nettovermögen in Westdeutschland bei etwa 170.100 Euro (Ost) bzw. 364.900 Euro (West) liegt. Der Median (also der Wert, der die reichere von der ärmeren Hälfte trennt) ist jedoch deutlich niedriger und liegt in Westdeutschland bei etwa 60.400 Euro (Stand 2014, neuere Daten bestätigen weiterhin eine ähnliche Relation) boeckler.de+1.

Ostdeutschland: Das Medianvermögen liegt bei etwa 26.000 Euro (2017) boeckler.de. Die Unterschiede sind auch altersabhängig: Bei jüngeren Haushalten ist die Differenz geringer, bei älteren Haushalten deutlich größer bpb.de."

Weder eine Land-/Stadt-Ungleichheit, noch eine Migrantisch/Biodeutsch-Ungleichheit, noch eine Kapitalismus-Ungleichheit ändern das Geringste an der Tatsache, dass Ossis gegenüber Wessis benachteiligt sind. Und du weißt doch genau, dass wir uns nicht an "Himmelsrichtungen" aufhängen, sondern an den Kategorien ehemaliger DDR-Bürger*in und Nachkommen vs. BRD-Familiengeschichte.

Was fällt es dir denn so schwer diese Fakten einfach einzusehen? Wenn dich soziale Ungleichheit wirklich interessiert, dann kannst du nicht einfach so tun, als ob bestimmte Gefälle nicht existieren. Und wenn du das doch tust, dann wunder dich nicht, dass du "die Ossis" nicht verstehst.

[–] smokeysnilas@feddit.org 2 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

natürlich ist Wohneigentum kein brauchbarer Indikator

Das war doch dein Argument, welches ich bloß aufgegriffen habe? Wenn die Zahlen dir nicht gefallen ist es auf einmal wieder kein brauchbarer Indikator?

Was fällt es dir denn so schwer diese Fakten einfach einzusehen?

Natürlich weiß ich dass das durchschnittliche Vermögen im Westen höher ist als im Osten. Das Problem ist sowohl Westen als auch Osten sind groß und vielfältig. Einfach den Durchschnitt über ein riesengroßes Gebiet zu nehmen und derart zu pauschalisieren ist absoluter Bullshit. Es gibt halt große Teile im Westen denen es objektiv noch schlechter geht als dem Osten, und das sind auch keine Einzelfälle oder Ausreißer sondern das sind Millionen von Menschen. Einfach zu sagen West/Ost ist die Grenze von Wohlstand/Armut stimmt halt einfach nicht.

[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)
natürlich ist Wohneigentum kein brauchbarer Indikator

Das war doch dein Argument, welches ich bloß aufgegriffen habe? Wenn die Zahlen dir nicht gefallen ist es auf einmal wieder kein brauchbarer Indikator?

Hmm, jetzt weiß ich nicht ob du mich nicht verstehen willst. Ich habe gesagt Wohneigentum ist kein brauchbarer Wohlstandsindikator, wenn man städtische und ländliche Gegenden miteinander vergleicht. Das sollte ja jedem einleuchten. Ohne die verzerrende Dimension Stadt/Land ist es aber natürlich sehr wohl brauchbar. Wohneigentum hatte ich aber vor allem deshalb aufgeführt, weil du behauptet hast es gäbe nur in 25% der Familien im Ruhrpott Wohlstand. Die Eigentumsquote von 25% widerspricht dem aber ja deutlich.

Was du machen kannst ist Ruhrpott mit Städten im Osten zu vergleichen. Da kommst du aber genau auf das selbe Missverhältnis. In meiner Heimatstadt Leipzig ist die Wohneigentumsquote mit 13% halb so groß wie im Ruhrpott.

Einfach den Durchschnitt über ein riesengroßes Gebiet zu nehmen und derart zu pauschalisieren ist absoluter Bullshit.

Es ist gar kein Bullshit. Es macht eine wesentliche Dimension der Ungleichheit in diesem Land sichtbar, die nur all zu gern übersehen (oder wie hier sogar abgestritten wird). Es gibt auch ein wesentliches Gefälle beim Wohlstand zwischen Frauen* und Männern. Sollen wir das auch ignorieren, weil es weibliche Millionärinnen und männliche Obdachlose gibt? Die Feststellung, dass Ossis systematisch benachteiligt werden widerspricht doch in keiner Weise dem Einzelfall, dass es bestimmte Wessis gibt die ärmer als bestimmte Ossis sind. Auch wenn das auf keinen Fall "große Teile im Westen" betrifft.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Was du machen kannst ist Ruhrpott mit Städten im Osten zu vergleichen. Da kommst du aber genau auf das selbe Missverhältnis. In meiner Heimatstadt Leipzig ist die Wohneigentumsquote mit 13% halb so groß wie im Ruhrpott.

Dann such mal nach Vermögen pro Person oder nach Armutsquote. Auch im direkten Vergleich Ruhrgebiet zu Leipzig steht Leipzig halt einfach besser da und zwar durchweg. [1] [2] [3]

Auch wenn das auf keinen Fall "große Teile im Westen" betrifft.

Das sind immerhin ~8% aller Wessis. Und es gibt noch andere Regionen im Westen wo's ähnlich aussieht. Wenn du die Tabelle aus [1] anguckst sind eher so 10% der Wessis ärmer als die Leipziger.

Edit: außerdem habt ihr Connewitz und Gose 😉

[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Irgendwie rede ich gegen eine Wand. Selbst WENN der Ruhrpott ärmer wäre als der Osten, dann ändert das doch trotzdem nichts an der Benachteiligung der Ossis gegenüber den Wessis. Du kannst ja gerne eine weiter Kategorie "Ruhrpott" vs. der Rest der Republik aufmachen aber das ändert einfach nix.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Selbst WENN der Ruhrpott ärmer wäre als der Osten

Ist halt auch ein statistischer Fakt.

ändert das doch trotzdem nichts an der Benachteiligung der Ossis gegenüber den Wessis

Im großen Durchschnitt nicht. Gegenüber den ärmsten 10% halt schon. Gegenüber dem Ruhrgebiet sind die Ossis eben nicht benachteiligt sondern umgekehrt. Trotzdem sind die Transferleistungen jahrelang auch von Duisburg nach Leipzig geflossen, was halt ungerecht war. Darum lohnt es sich schon genau hinzuschauen wo der eigentliche Spalt in der Gesellschaft verläuft. Und im eigentlichen Kern geht es doch um den ungleichen Wohlstand und nicht um die Lage oder die Historie.

[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Gegenüber den ärmsten 10% halt schon.

Nein. Auch die ärmsten 10% im Osten sind ärmer als die ärmsten 10% im Westen.

Du willst einfach krampfhaft eine Ungerechtigkeit unsichtbar machen, indem du willkürlich einzelne Gegenbeispiele herauspickst. Das ist als würdest du behaupten es gäbe keine soziale Benachteiligung von Frauen* gegenüber Männern, weil Akademiker*innen wohlhabender sind als obdachlose Männer. Das ist einfach ein durchschaubarer Trick.

Und im eigentlichen Kern geht es doch um den ungleichen Wohlstand und nicht um die Lage oder die Historie.

Es geht um die Ungleichheit aufgrund von Lage, Historie, Ethnie, Geschlecht, Verortung im Produktionsprozess, usw. usf. All das ist wichtig.

Ist halt auch ein statistischer Fakt.

Nein. Du hast dir da einfach nur eine Kennzahl rausgepickt, nämlich die Zahl der Armutsgefährdeten. Und das auch noch nur im Vergleich zu einer der "reichsten" Städte des Ostens. Hier mal eine andere Kennzahl: "In Köln liegt der Einkommens-Median der Haushalte bei 2.119 Euro netto im Monat.". In Leipzig bei 1 731 Euro (2023). (Vergleich für das Ruhrgebiet 1667€ vs. Leipzig 1438€ in 2019) Das ist aber wie gesagt auch vollkommen unerheblich für die Frage ob Ossis in diesem Land benachteiligt sind, dafür zählt nur der Vergleich Ost <-> West.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Nein. Auch die ärmsten 10% im Osten sind ärmer als die ärmsten 10% im Westen.

Das stimmt halt einfach nicht. Die ärmste Stadt in Deutschland ist Gelsenkirchen. Dadrunter kommt nichts mehr, auch nicht im Osten. Die 8 ärmsten Städte in Deutschland liegen im Westen, erst auf Platz 9 und 10 kommen ostdeutsche Städte.

[–] Chemo@feddit.org 1 points 1 week ago (1 children)

Ja, okay, du willst es einfach nicht verstehen. Du pickst dir einfach nur raus was dir passt. Die 10% ärmsten sind nicht die ärmsten Städte. Das hat einfach nix miteinander zu tun.

[–] smokeysnilas@feddit.org 1 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)

Die 10% ärmsten sind nicht die ärmsten Städte. Das hat einfach nix miteinander zu tun.

Und das ist jetzt einfach dein Bauchgefühl oder woher weißt du das? Außerdem was ist hiermit geworden:

Was du machen kannst ist Ruhrpott mit Städten im Osten zu vergleichen.

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