Naja, wenn man es genau nimmt hat der Kapitalismus die Erfindung und Verbreitung des Computers eher gefördert...
RalfWausE_der_zwote
Ich habe auch viele dumme Entscheidungen getroffen. Und anerkenne auch, dass ich mit den gleichen Informationen in der gleichen Situation vmtl. wieder so handeln würde. Ich habe vor Entscheidungen ja meine Optionen gewogen und bin jeweils zu dem Schluss gekommen, dass das die bestmögliche Handlungsoption sei.
Aber entscheidend ist ja, ob ich mit den mir heute vorliegenden Informationen in der gleichen Situation so handeln würde.
Ich denke das kann man so unterschreiben.
Ich verstehe halt die implizite Annahme nicht, dass Reue irgendwie geheuchelt und gelogen sein muss.
Vielleicht habe ich einfach eine zu zynische Sicht auf die Welt, aber für mich klingt es einfach viel, viel zu unplausibel das jemand der in der SA / SS oder einer der anderen Organisationen des Nazireichs war, diesen Organisationen als erwachsener Mensch beigetreten ist (das schreibe ich explizit um hier mal die jungen, in der NS Ideologie aufgewachsenen und leicht manipulierbaren Menschen etwas herauszunehmen) plötzlich nach Kriegsende tiefe Reue für alles empfunden hat. Ich glaube einfach nicht, dass Menschen so funktionieren.
Wäre doch besser, wenn man “Ich war in der NSDAP und SA. Das hat mich angesprochen. Aber es war falsch und ich bereue es” sagt, oder nicht? Wenn man weiß, dass diese Ideologie zu Horror, Mord und einem Kontinent in Schutt und Asche geführt hat, könnte man ja mindestens feststellen, dass das vielleicht doof war, oder nicht?
Das will ich ja gar nicht bestreiten, nur glaube ich einfach nicht, dass das die Sichtweise vieler der Menschen die damals mitgemacht haben war.
Das sei dir unbenommen
Mir ist jemand der zu seiner Rolle steht um vieles sympathischer als jemand der leugnet.
Dann ist der Take “Ich bin stolz auf Opa, denn er war sein Leben lang überzeugter Nazi”? Weird.
Wie in meiner anderen Antwort geschrieben ist mein Take: Er hat nicht gelogen um sich vor seinem Enkel besser darzustellen. Und ob er ein Leben lang überzeugter Nazi war? Keine Ahnung, möglich, wer weiß? Er hatte kein "Mein Kampf" im Regal, keine Hitler Bilder, keine Landser Heftchen - das Kapitel war für ihn halt einfach durch.
Abgesehen davon, drückt der Schuh aber noch an anderer Stelle: Opas Position ist deckungsgleich mit der eines Nazis.
Er war ein Nazi, Uniform, Parteibuch und alles... die Position ist also nur folgerichtig.
Die entschuldigen sich gewiss auch nicht für die Verbrechen. Da du darüber kein Wort verlierst, ist für mich unverständlich, wo da der Stolz erwachsen soll.
Der gewisse Stolz erwächst daraus, dass er sich nicht wie viele andere performativ geschämt oder die SA Zugehörigkeit geleugnet hat (aber im Kern immer noch der Ideologie anhing). Er hat nicht gelogen. Später im Leben hat das ganze dann - laut Erzählungen meiner Mutter - schlicht und einfach keine Rolle mehr für ihn gespielt. Er hatte keine ideologischen Bücher, kein "Mein Kampf" im Regal - das Leben ging eben weiter.
Das wäre eher ein Indiz für Überzeugung. Das “habe ich nur für persönliche Vorteile getan” ist ja dann schon die Schutzbehauptung.
Das war ja auch nur ein Beispiel für eine hypothetische Aussage.
Oppa war von der damaligen "Bewegung" überzeugt und ist auch sehr früh in die SA eingetreten. Er hat nie offen Reue gezeigt und auch nie welche geheuchelt. Kurz: Er stand dazu welche Position er hatte.
Oh das kann ich so unterschreiben... vom C64 bis zum Pentium 4 war ich absolut begeistert von allem was mit Computern, dem Netz und allem drumherum zu tun hatte, aber so ab ~2010 rum wurde das alles immer weniger und bis vor echt kurzer Zeit hatte ich eine regelrechten Hass auf alles digitale. Interessanterweise kommt das Interesse aber seit ein paar Monaten wieder...
Witzigerweise war es bei gerade die hier im Fediverse eher verschmähte "KI" die mein Interesse zurückgeholt hat. Ich habe am Atari ST mit Povray Bilder gerendert, mit QBasic unter DOS programmiert, habe Pixelgrafiken gebastelt und unter Linux mit Blender kleine Videos gerendert.
Mit KI habe ich jetzt die Möglichkeit ganze Filme umzusetzen (und ja, man kann auch echt coole Sachen ohne Slop mit KI produzieren), kann die Programme an die ich mich vorher nicht mal herangetraut hätte bauen... kurz: Es fühlt sich für mich wieder wie der Schritt vom C64 zu ST an, ich bekomme einfach einen größeren Hebel in die Hand...