this post was submitted on 19 Jun 2026
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Das ist gelinde gesagt Quatsch.
Sagt dir der Name Alfred Dregger was?
Wobei der technisch gesehen kein Nazi war....
Den hatte ich tatsächlich noch nicht auf dem Radar, aber wenn ich von seinen Positionen aus dem Wikipedia Artikel ausgehe... nun, mal ganz ohne Bewertung - ich glaube die dürften in seiner Generation eher die Regel als die Ausnahme gewesen sein.
In der CDU waren unter anderem bekannte Nazis, darunter solche wie Filbinger, der in der Nazi-Zeit als Richter mehrere Menschen hat umbringen lassen. Und der erst behauptete, er hätte "vergessen" (Dementia unionitis?), dass er deren Todesurteile unterschrieben hatte (ist ja auch nichts besonders) und später meinte „Was damals rechtens war, kann heute nicht Unrecht sein“. Und der war nicht nur in der CDU, der war Ministerpräsident (vor Bekanntwerden der Todesurteile, aber nachdem er z.B. Heino gebeten hatte, das dreistrophige Deutschlandlied aufzunehmen, um die Schallplatte an Schulen des Landes verteilen zu lassen (Schulhof-LP?)).
Bei seiner Beerdigung ist er dann noch vom damaligem CDU-Ministerpräsidenten Oettinger als "Gegner des NS-Regimes" verteidigt worden.
Nazis haben sich in der CDU nicht nur zuhause gefühlt, sie haben dort auch hohe Positionen bekommen.
Und der Mann hat jetzt was genau mit der AfD zu tun?
Als ich jung war (lang ist's her), waren alle Gleichaltrigen, die die CDU toll fanden in der Wolle gefärbte Nazis. Alle. Ohne Ausnahme. Die CDU hat eine lange Tradition von unter den Teppich gekehrtem Rechtsradikalismus. Da kannst Du die Augen noch so fest zukneifen, da ändert nichts an den Tatsachen.
Kann ich für meine Region halt absolut nicht bestätigen.
Natürlich gibt es regionale Unterschiede und aus persönlicher Erfahrung (Familie, Freunde, Kontakte/Arbeit mit Lokalpolitiker:innen) kann ich dir sagen, dass viele in der CDU konservative Demokraten sind. Allerdings ist es auch richtig, dass die rassistischen Jungs, mit einer sehr unangenehmen Faszination für den 2. Weltkrieg und Nazi-Deutschland und tief verwurzeltem Sexismus, meistens Mitglieder in der Jungen Union waren. Zu mindestens war das vor 20 Jahren, hier im Westen, so.
Die Leute fantasieren sich hier irgendwas zusammen. Es gab schon lange vor der AfD Parteien, die rechtsradikaler als die Union waren und die AfD war am Anfang primär anti-EU neoliberal und noch nicht so hart rechtsextrem wie heute.
Die Union hatte natürlich trotzdem ein Nazi-"Problem". Das sind aber nicht die, die die AfD am Anfang gefördert haben.
Wie ist Gauland einzuordnen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Gauland
Ich würde jetzt sagen er ist die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Der war aber auch in den 90ern schon völlig Banane.
Das Programm 2013 ist jedenfalls weit entfernt von dem, für was die Partei heute steht: https://www.bundestagswahl-2021.de/wp-content/uploads/sites/4/2021/04/Wahlprogramm-der-AfD-Bundestagswahl-2013.pdf (P.S.: Das ist kein Endorsement, die Forderungen waren auch damals schon weitgehend scheiße.)
Deswegen finde ich das Argument, dass die Alt-Nazis die Partei von Anfang an geil fanden, eher schwach, jedenfalls im Allgemeinen.
Was hat dann den Rechtsruck der Partei ausgelöst? Nur die Darstellung in den Medien als rechtsextreme Partei oder gab es noch andere Einflüsse?