Hallo liebes Fediverse.
Ich bin ein junger Mann der sich zunehmend politisiert und starke Sympathie zur Partei DIE LINKE hat. Wenn da nicht ein bestimmtes Thema wäre, dann wäre ich schon vor Monaten Partei Mitglied geworden, habe auch schon zwei Parteispenden gemacht, weil mir soziale und solidarische Politik wichtig ist.
Doch beim Thema Ukraine kann ich mich immernoch nicht mit der Position der Linken, die Waffenlieferungen an die Ukraine leider komplett ablehnt, anfreunden. Ich weiß, dass dir Linke viele sinnvolle Maßnabmen fordert um die russische Agression zu stoppen, wie zum Beispiel die Enteignung von Oligarchen und die konsequente Durchsetzung von Sanktionen, aber am Ende ist dort nun Mal Krieg.
Krieg ist schrecklich, sollte es auf keinen Fall geben, aber es gibt ihn doch nunmal. Die ukrainische Bevölkerung und Armee wird seit Jahren täglich angegriffen, und selbst Kriegsverbrechen der russischen Seite sind alltäglich. Sicher haben auch die Ukrainer nicht in allen Aspekten ein reines Hemd, aber dennoch finde ich, dass dieses freie Land unbedingt alle Hilfe bekommen soll, die es benötigt.
Jeder Schuss Monition, jeder abgewehrte Angriff, ja leider sogar jeder getötete russische Soldat bedeuten im Zweifel, dass die Sicherheit und Freiheit der ukrainischen Bevölkerung gewährt wird.
Dieser Krieg muss so schnell wie möglich gestoppt werden, aber ich bin nicht der Meinung, dass das passieren kann, indem man auf Verhandlungen oder sonstige friedliche Mittel setzt. Wenn Putin wollte, könnte dieser Krieg sofort beendet sein, die Ukraine ist ja jederzeit bereit für einen Waffenstillstand. Und Putin interessiert nur seine Macht.
Wieso dann ist DIE LINKE, eine Partei die ansonsten wie keine andere für Solidarität und Antifaschismus steht, gegen die Lieferung von Waffen an die Ukraine?
Ich habe natürlich schon vom Pazifismus gelesen, finde aber dass das in diesem Konflikt wirklich weltfremd ist.
Ich würde mich über eine Diskussion freuen. Ich bin trotz diesem Punkt am überlegen Parteimitglied zu werden und würde mich deshalb auch allgemein für den Diskurs über dieses Thema in der Partei interessieren.
Sehe es sehr ähnlich wie du. Bin aber, da ich bei fast allen anderen Themen die Linken-Position sehr gut finde, seit Jahren Mitglied und versuche eben die Positionen zu beeinflussen, die ich nicht so gut finde. Am Ende gibt es eben keine Partei die mir (oder dir) zu 100% passt. Aber grade in der Linken gibts einen regen Diskurs zu vielen Themen und die Chance, die inhaltliche Ausrichtung mitzubestimmen.
Ja da bin ich auch an sich dabei. Ich denke es kann eine stärke der Linken sein, dass wir auch in den Diskurs tief rein gehen. Ich bin trotz diesem Punkt weiterhin am überlegen ob ich beitreten möchte.
Nur wenn dann meine Wahlstimme und Parteimitgliedschaft gegen Hilfe mit Waffen an die Ukraine geht, ist das für mich schon ein Problem, über das ich nicht so einfach hinwegsehen kann.
Sehe ich ähnlich. Bin auch seit einigen Monaten Mitglied und der hier angesprochene Punkt ist das was mir absolut gar nicht gefällt. Aber ich bin auch der Ansicht, dass es keine Partei gibt, die zu 100% zu einem passt. Man kann durch seine Mitgliedschaft und indem man sich einbringt aber, so meine Hoffnung, ein wenig beeinflussen wie sich positioniert wird und vielleicht mal einen "Schubs" in die entsprechende Richtung geben.
Das ist auch eine Idee die ich hatte, sicherlich eine Option. Blöd nur, dass bei so einem wichtigen Thema, zumindest meiner Meinung nach, eine eher weltfremde Politik in der Partei vertreten ist.
Ich will hier Pazifismus gar nicht verurteilen, aber aktuell ist leider das was dir Ukraine braucht vorallem Waffen mit denen man sich gegen die Russische Agression verteidigen kann.