this post was submitted on 19 Aug 2025
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Deutschland

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founded 1 year ago
MODERATORS
 

Zwei volle Tage ohne Vorerfahrung in einer Großstadt in NRW. Ein Vorort und ein Brennpunkt mitten in der Stadt.

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[–] jamhmgenau@feddit.org 4 points 1 week ago* (last edited 1 week ago) (1 children)

Spannend! Vor allem der von dir beschriebene Gedanke, mehr mit- statt über einander zu reden, die persönliche Herausforderung und die Dringlichkeit.

  • Mit welchen Wissen oder Erfahrung bist du gestartet? Hast du dich in irgendeiner Art und Weise selbst vorbereitet? Hast du rhetorische Erfahrung?
  • Wie viel politische Vorerfahrung und Wissen insbesondere über die Linke aber auch über Zahlen und Fakten braucht es? Wie hast du auf Fragen reagiert, die du nicht beantworten konntest?
  • Hast du bereits politische Erfahrung, die dir etwas Sicherheit gab?
  • Wurdest du ge-brieft?

Und das wichtigste: Was sind meine nächsten Schritte als parteilose Person, um mich dir anzuschließen?

Edit (weil mir immer mehr Fragen einfallen 😅)

  • Konntest du deinen Kreis aussuchen oder wurdet ihr zugeteilt?
  • welche Gesprächsthemen haben hauptsächlich dominiert, wo du sagen würdest, ein Neuling sollte sich damit vorabintensiver beschäftigen? Zum Beispiel Kita, Verkehr, Gesundheit, etc.
  • Was waren die besten “Eisbrecher“ um mit Personen ins Gespräch zu kommen?
  • Was waren „dealbreaker“, wo es bei Leuten Klick gemacht hat, die dann ihre gefestigte Meinung überdachten?
[–] Teppichbrand@feddit.org 6 points 1 week ago* (last edited 1 week ago)
  • Ich habe keine nennenswerte Vorerfahrungen. Zur Vorbereitung habe ich ein paar mal in Gespräche mit den linken Spitzenpolitikerinnen reingehört. Da kann man sich ein paar Antworten auf die üblichen Fragen abhören. Ich habe grundsätzlich schon Spaß an Diskussionen, weil ich meine Positionen ruhig vertreten und mir gut andere Meinungen anhören kann.
  • Echtes Faktenwissen habe ich hier und da ein wenig, auch mal ein paar interessante Zahlen im Kopf. Ich bin aber überhaupt kein Superbrain. Bis auf eine Situation, in der jemand sehr gut über Steuergelder in der Kommunalpolitik informiert war, gab es niemanden, der mich herausgefordert hätte. Wir haben am Ende eh immer das Wahlprogramm aus dem Jutebeutel übergeben, darin können die Leute linke Kommunalpolitik nochmal in Ruhe nachlesen. Und du zwischen den Gesprächen auch. :)
  • Ich habe einen funktionierenden linken Kompass: Neoliberale Politik saugt Geld von unten nach oben und blutet das Land aus. Migration ist notwendig, es braucht aber gute Systeme um die Menschen nicht in Apathie, Langeweile und Armut hängen zu lassen. Ich bin in den Gesprächen aber auf einige Situation gestoßen, in denen ich definitiv besser hätte argumentieren könnten und ich habe den Ehrgeiz, mich da zu verbessern. Das funktioniert nur durch Übung.
  • Nein, ich bin seit ein paar Monaten bei den Linken und habe bisher keine Ahnung von Parteipolitik. Vieles höre ich zum ersten Mal.
  • Es gab eine Viertelstunde Vortrag von einem Genossen, der in Berlin schon viele Gespräche geführt hat. Die Informationen waren interessant und hilfreich, ich habe mich danach gut vorbereitet gefühlt. Allerdings nur theoretisch. In der Praxis musst du einfach los und labern, du wirst mit jedem Gespräch sicherer. In den Pausen haben wir uns gegenseitig ausgetauscht und Tipps gegeben, das hat auch geholfen.
  • Schau mal nach wo der nächste Ortsverband der Linken bei dir ist. Schreib sie an, dass du gerne mal beim nächsten Treffern vorbei kommen würdest. Rede dort ganz offen mit den Menschen. Die freuen sich immer über Engagement und können dir sagen, was alles geplant ist.
  • Der Aufruf kam über den Mail-Verteiler der Linken. Ich habe mich gemeldet und wurde zugeteilt. Die Stadt war 90 Autominuten von meinem Wohnort entfernt, es waren noch mehr Menschen aus anderen Teilen von NRW da.
  • Die Menschen sind normalerweise so unvorbereitet, dass ihnen erstmal nichts einfällt. Dann kannst du Themen vorschlagen, auf die sie eingehen, wenn sie wollen. Bis auf wenige Ausnahmen kommt von selbst leider nur "zu viel Migration", ich habe dann versucht diese Ebene schnell zu verlassen und die Probleme dahinter aufzuzeigen: Armut, fehlende Unterstützung, Abbau der Sozialsysteme, fehlende Räume für Begegnungen. Das hat oft funktioniert, wenn du freundlich und verständnisvoll bleibst. Niemand von den Menschen mit denen ich geredet habe wollte als Rassist oder Nazi wahrgenommen werden, auch nicht die AfD-Wählis. Die haben Angst und bekommen immer nur diesen Sündenbock präsentiert.
  • Da haben wir einen klaren Einstieg bekommen, den wir natürlich individuell anpassen konnten. Ich habe immer so gestartet:
    "Hallo, ich bin Teppichbrand von der Partei Die Linke. Wir laufen hier gerade im Viertel rum und wollen mit den Menschen ins Gespräch kommen, um mal zu hören, wie die Stimmung so ist. Gibt es etwas, was ihnen Sorgen macht, worüber sie reden wollen oder was sie hier vor Ort verbessern würden, wenn sie können?"
    Wenn dann nichts kommt aber Interesse an einem Gespräch besteht schlage ich ein paar relevante Themen aus der Kommunalpolitik vor und höre zu. Die stehen auch im Wahlprogramm.
  • Du bekommst niemanden überzeugt wenn er oder sie die Linke nicht mögen. Durch ein ruhiges, freundliches Auftreten und das Zuhören schaffst du aber eine gute Atmosphäre und hinterlässt immerhin einen positiven Eindruck. Menschen die eher kritisch waren sind dann etwas verständnisvoller, Menschen die eh am überlegen waren sind danach vielleicht überzeugt. Dafür musst du nicht super viel wissen sondern Zuhören und deine Werte vertreten. Das ist gar nicht so schwer. Du darfst dich nur von den Abweisungen zwischen solchen schönen Gesprächen nicht entmutigen lassen. :)