azolus

joined 5 months ago
[–] azolus@slrpnk.net 2 points 3 days ago

I enjoyed reading this!

[–] azolus@slrpnk.net 14 points 3 days ago

Krass, dass man in Frankreich für Veruntreueung von Geldern von der Wahl ausgeschlossen werden kann, in Deutschland darf man aber wiederholt SS-Losungen und Holocaustrelativierungen von sich geben und das geht dann voll klar.

[–] azolus@slrpnk.net 18 points 3 days ago (3 children)

CDU wird gelben Urlaub abschaffen.

[–] azolus@slrpnk.net 2 points 3 days ago* (last edited 3 days ago)

Der Witz ist ja, dass sich von den Linken bis zur CDU alle "in der Mitte sehen".

Woran machst du das denn fest? Jetzt wirds langsam echt wild. Bitte erklär doch mal, inwiefern die Linke Teil der politischen Mitte ist, oder sich zumindest dort sieht. Das trage ich dann gerne an meine Genossen vor Ort weiter, die Info hat uns anscheinend noch nicht erreicht.

Sie wissen aber, dass sie nicht weiter wachsen werden, wenn sie nicht auch Teile der Mitte für sich gewinnen.

Das wollen die auch gar nicht. Sie wollen im Bestfall die Mitte zum Klassenkampf ermutigen und linkes Denken salonfähig machen. Die Linke hat gar nicht den Anspruch auf Biegen und Brechen eine Mehrheit herzustellen, wenn sie dafür zentrale Werte verraten müsste. Und das ist gut so.

Die Grünen sind sicher vieles, aber ganz sicher nicht bürgerlich-liberal...

Die grüne Klientel ist vor allem im bürgerlichen Milieu der Besserverdiener und Akademiker angesiedelt. Die bpb sagt dazu:

Die "Verbürgerlichung" der Grünen ist daran ablesbar, dass ihre Wähler nicht nur über die höchsten Bildungsabschlüsse verfügen, sondern auch überdurchschnittlich verdienen. Viele von ihnen stehen deshalb nur noch in gesellschaftspolitischen Fragen klar links, nicht mehr dagegen in der Sozial- und Wirtschaftspolitik.

Dass die Grünen (sozial)liberal sind, ist offensichtlich, wenn man mit dem Begriff etwas anfangen kann. Da gibts sogar nen Abschnitt zu den Grünen im Wikipedia-Artikel.

[Edit: Typo]

[–] azolus@slrpnk.net 2 points 3 days ago

Wenn die sich das gut vorstellen können, heißt das, dass die das schon tun, oder ist das rein hypothetisch?

Ja die machen auch jetzt schon was, z.B. im Rahmen von KüFa, Gewerkschaften, Studierendenvertretung, Fachschaftssprecher*innenrat oder der freiwilligen Feuerwehr.

Denn Leute, die sich etwas vorstellen können, es dann aber nicht tun, gibt es mehr als genug.

Seh ich ein bisschen anders. Es gibt durchaus einige Menschen, die sich gerne mit fremden Federn schmücken und Interesse simulieren, aber es gibt auch solche, die Potenzial in sich schlummern haben, das man erstmal wecken muss. Ich denke jeder Mensch, der wirklich was verändern möchte oder etwas für die Gemeinschaft leisten will, hat eine Hemmschwelle/Faulheitsschwelle und auch eine Zweifelschwelle - und die muss man überschreiten, damit eine Person sich traut was zu machen.

Bspw. habe ich bei den Protesten gegen Rechts auch viele Leute nachhaltig politisieren können, die sind jetzt Gewerkschafter, Mitglieder im Studierendenparlament oder Parteimitglieder geworden und kommen mit auf Sitzungen, organisieren Arbeitskampf oder basteln an Denkmaterial für den internationalen Frauenkampftag mit. Wenn wir gute, einfach zugängliche Angebote machen und näher an die Bürger*innen herangehen, um dafür zu werben, dann können wir solche Hemmschwellen auch deutlich absenken.

Wir sollten dieses Potenzial der Menschen fördern, wertschätzen, belohnen und bündeln. Das ist in meinen Augen viel besser als desinteressierte Pflichtdienstler zu vermitteln, die sich nicht so krass mit ihrer Arbeit identifizieren und nach der Mindestdauer wieder abhauen. Eine motivierte Person, die dann auch mehrere Jahre mitmacht, ist da viel mehr Wert.

[–] azolus@slrpnk.net 4 points 3 days ago

Die Implosion der Union...

[–] azolus@slrpnk.net 8 points 4 days ago

Ich wäre ja für Dreher und Fräser, dann kann ich endlich mal richtig freidrehen!

[–] azolus@slrpnk.net 7 points 4 days ago (2 children)

Du Waldemar, so ganz ohne jetzt ne inhaltliche Diskussion anfangen zu wollen... Bitte nenn die Grünen doch nicht rot, ojemine. Die sind halt allerhöchstens son bisschen links und ansonsten ne bürgerlich-liberale Partei.

An den Besitzverhältnissen in diesem Land wollen die Bundesgrünen im Grunde nichts wesentlich verändern. Du kannst uns Linke gerne als Kommunisten mit wilden Umverteilungsfantasien, die die Wirtschaft abwürgen usw. beschimpfen, aber die Grünen (oder noch schlimmer: die SPD) wirfst du bitte nicht mit uns in den Topf + da hört für mich der Spaß auf, da geht es an die Ehre.

[–] azolus@slrpnk.net 9 points 4 days ago (3 children)

Lehnst du auch alle anderen Formen der Gesellschaft Individuen über das Instrument Staat in die Pflicht zu nehmen über die Abkürzung "aber das lässt eine autoritäre Position vermuten" ab?

Nein. Ich lehne gesellschaftliche Verantwortung und diesbezügliche staatliche Interventionen nicht im Allgemeinen ab.

WIR sind der Staat und in einer Gesellschaft zu leben bedeutet halt manchmal dass das Individuum zurückstecken muss.

Wir sind nicht der Staat. Wir haben über die parlamentarische Demokratie einen Hebel, der es uns ermöglicht zum Teil mitzuentscheiden, aber der Staat selbst ist eine andere Entität, die in Wechselwirkung und verwoben mit der Gesellschaft existiert. Es gibt dennoch massive Probleme in diesem System, also Demokratiedefizite, Korruption und Lobbyismus.

Wir haben diverse Grundrechte, die das Individuum vor der staatlichen Übermacht schützen, die den Handlungsspielraum von Regierungen einschränken. Dieses Verhältnis von Individuum und Staat wird gerade neu ausgelotet und das lehne ich ab. Ich sehe den verpflichtenden Wehrdienst als archaisches Überbleibsel von vergangenen, autoritären Zeiten an.

Das hat prinzipiell erstmal nichts damit zu tun, dass ich gesellschaftliche Verantwortung vermeintlich ablehne. Ich finde wir sollten gesellschaftliches Engagement massiv fördern mit Förderprogrammen, Vergütung, Anerkennung, dem Werben um mehr Engagement und medialer Aufmerksamkeit. Aber eben nicht forcieren.

Die selbe Argumentationslinie kannst du direkt auch auf steuern anwenden...

Nein, denn das Konzept von Privateigentum ist etwas, das der Staat erst einmal schafft und schützt, siehe Artikel 14 GG. Eingriffe in das Privateigentum, die dem Gemeinwohl nützen und notwendig sind, um die Einhaltung von Menschenrechten zu gewährleisten, sehe ich als absolut legitim und oft als notwendig an. Es wird dabei aber kein Zwang angewandt, um eine Person in den Dienst des Staates zu stellen. Ferner sehe ich Eigentum hierarchisch gesehen als niedrigeren Wert an als das Recht auf Leben, Freiheitzügigkeit, Selbstbestimmung und Sicherheit.

Das was ich ablehne ist das Konzept vom "Dienst am Land", also der Zwang einen Lebensabschnitt im Dienst des Staates aufzuopfern und gegebenenfalls auch dabei das eigene Leben aufs Spiel zu setzen. Das ist ein massiver Eingriff in die fundamentalen Freiheitsrechte, die dir genommen werden, um dich dem Staat unterzuordnen. Und ich bin der Meinung, dass kein Staat das darf. Genauso wenig, wie ein Staat die Todesstrafe verhängen darf in meinen Augen. Diese Autorität hat der Staat schlichtweg nicht.

Das kannst du gerne anders sehen aber so sind nunmal meine ethischen Überzeugungen. Das ist an der Stelle auch kein tiefergehendes Argument, weil das wirklich unmittelbar aus meinen tiefsten Überzeugungen bzgl. Freiheit und Staat hervorgeht.

Wenn es dazu kommt, dass irgendwas ein bisschen mehr schief läuft, dann kommt das sowieso, ich finde es ist sehr gut dem Vorzugreifen und die Pflicht breiter aufzustellen sowie sie ausdrücklich auf bis über 60 auszudehnen sowie bereits geleistete Dinge anrechnen zu lassen.

Warum macht man das Ganze nicht auf freiwilliger Basis? Ist doch noch gar nicht sicher, dass das nicht reichen würde. Wenn unsere gesellschaftliche Ordnung am Ende tatsächlich so scheiße ist, dass nicht genügend Leute bereit sind diese zu verteidigen, dann sollten wir uns vielleicht darüber mal Gedanken machen, anstelle Zwang anzuwenden.

Gerechter wenn sowas egalitär geregelt ist. Sonst kommt es zu amerikanischen Zuständen bei denen die Armee freiwillig ist aber defacto die einzigen Menschen die man dazu motivieren kann Menschen sind die unter Sachzwängen leiden. Das will doch wirklich niemand.

Ich habe in meinem ursprünglichen Beitrag lediglich den Zwang kritisiert. Dass das Programm altersgerechter, egalitärer usw. ist als die aktuelle Wehrpflicht (wenn sie reaktiviert würde) bestreite ich nicht.

Das mit den amerikanischen Verhältnissen ist halt aber auch wieder unmenschliche Politik und nicht unausweichlich. Ich denke ich muss nicht erklären, dass die USA durchaus einfach mal weniger Weltpolizei hätten spielen können mit Vietnam, Irak usw., dann bräuchten sie auch weniger Militarismus und Kanonenfutter. Die USA sind darüber hinaus auch ein super Beispiel, dass Staat nicht gleich Gesellschaft ist, dass der Staat auch oft nicht im Interesse der Gesellschaft handelt sondern hegemoniale Machtansprüche und Kapitalinteressen weltweit durchsetzt - und dafür sterben dann eben Menschen. Alleine die massiven Proteste, was den Vietnamkrieg angeht, reichen da glaube ich aus um diese Diskrepanz hervorzuheben.

Und wie gesagt: wenn die Gesellschaft es nicht einsieht, mitzumachen, dann ist Zwang mMn immer noch falsch. Weil dann gibt es nen krassen Disconnect zwischen dem Staat/der Verteidigungspolitik und den Bürger*innen. Wenn wir uns in Europa gegen einen Angriffskrieg verteidigen müssten, so bin ich überzeugt, würde sich die breite Mehrheit hier die Frage stellen, was man bereit ist zu leisten, um Freiheit und Demokratie zu verteidigen. Auch aktuell gibt es - rein anekdotisch - in meinem Freundeskreis viele, die sich ein gesellschaftliches Engagement ähnlich zum "Freiheitsdienst" gut vorstellen können. Und ich finde damit können und sollten wir arbeiten, als wieder einen Pflichtdienst einzuführen.

[–] azolus@slrpnk.net 29 points 4 days ago (2 children)

Man kann echt einfach ne Liste mit niederträchtigen Dingen nehmen, was auswürfeln und es der Union vorwerfen - wahrscheinlich liegt man dann richtig und es gibt ein Söder-, Merz-, Spahn- oder Kretschmerzitat dazu.

Ich kann nimmer, warum wird diese Partei noch gewählt.

[–] azolus@slrpnk.net 1 points 4 days ago* (last edited 4 days ago) (1 children)

Vom Gefühl her, würde ich auch sagen, dass da was gehen könnte. Vom Thema Spielsucht weiß man, dass es psychologische Abhängigkeiten geben kann. Man weiß auch, dass Experimente durchgeführt werden, um herauszufinden, wie Nutzer beeinflusst werden können.

Das Problem ist, dass ich nicht weiß, woran man das festmachen könnte. Wenn Leute eine App mehr benutzen, dann kann das heißen, dass die App besser ist. Wenn mir Sachen empfohlen werden, die mich tatsächlich interessieren, dann finde ich das einen guten Service, ob bei Reddit oder Netflix. Dass es sowas hier oder bei Mastodon nicht gibt, ist ein häufiger Kritikpunkt.

Kann dir anekdotisch als Informatiker mit Kontakten in die Medienpsychologie sagen, dass es dort sehr viel gibt, was man machen könnte, wenn man wollte. Die Strategien sind gut erforscht und entsprechende Gegenmaßnahmen können mithilfe der gleichen wissenschaftlichen Disziplin gefunden werden, auf der die aktuellen süchtigmachenden Designentscheidungen begründet sind.

Außerdem, ist Manipulation in vielen Formen absolut akzeptiert. Werbung zielt meist darauf ab, ein Image aufzubauen, und nicht den Kunden in Spe nüchtern zu informieren.

Ja, dennoch sind wir an einem Punkt angekommen, wo unser gesellschaftlicher Zusammenhalt bedroht wird. Irgendwo werden wir eine Grenze ziehen müssen und ich denke hier wäre eine solche auch gut begründbar, selbst wenn wir die manipulative Wirkung von Werbung nicht grundsätzlich und allgemein aufarbeiten und dagegen vorgehen wollen.

Gleichzeitig sind die einfachen Algorithmen hier bei Lemmy nicht ohne Probleme. Auch hier wird hochgespült, was mehr Aufmerksamkeit erregt. Und das ist eben eher das polarisierende und dumme. Zur Behauptung, die Welt sei eine Scheibe, haben mehr Leute eine Meinung als zur Relativitätstheorie. Ich fürchte, das Fehlen eines Recommender-Systems führt schlicht dazu, dass sich Diskussionen in wenigen, großen Allzweck-Communities konzentrieren, die dann potenziell qualifiziertere Diskussionen, oder solche mit Mindermeinungen, einfach die Aufmerksamkeit abgraben und nicht zulassen.

Mit Verlaub, ich denke du unterschätzt ein wenig, wie sehr in der aktuell vorherrschenden Datenökonomie Menschen gezielt algorithmisch beeinflusst werden. Natürlich gibt es auch bei Lemmy Probleme, diese sind aber um Größenordnungen überschaubarer und lassen sich zumindest kritisch diskutieren und verändern, wenn die Community das möchte. Auch hier sind wir wieder an dem Punkt wo ich sage, dass man irgendwo eine Linie ziehen muss - und ich denke, wie gesagt, dass man bei den dicksten Fischen anfangen sollte. Wir sollten ja gesellschaftlich auch idealerweise das Ganze als einen iterativen Verbesserungsprozess sehen, anstelle hier ein one-size-fits-all Megagesetz zu verabschieden.

Verschwörungstheorien, auch antisemitische, sind normalerweise keine Volksverhetzung oä. Es ist erlaubt und muss erlaubt sein, Organisationen oder Gruppen gegenüber Misstrauen auszudrücken und auch dunkle Machenschaften zu unterstellen. Das kann Big Tech sein, Putin, Musk, oder die Freimaurer, der israelische Staat oder sogar "Die Juden". Da kann man keine sinnvolle Linie ziehen.

Es geht mir ja nicht darum, hier den Diskussionsrahmen immer weiter einzuschränken, sondern eben darum, dass entsprechende Algorithmen noch viel stärker als alles, was es davor gab, Leute in immer radikalere Filterblasen pushen oder, wie man an X super sehen kann, politisch motiviert Verschwörungstheoretikern und Nazis absichtlich massiv mehr Reichweite gegeben wird.

Diese enorme Verzerrung der öffentlichen Meinungsbildung ist mit der Demokratie unvereinbar, denn freie Wahlen bringen nichts, wenn die Menschen komplett verschwurbelt und antiaufgeklärt sind. Ich sehe die Entwicklungen auf X, Meta etc. als Frontalangriff auf die Demokratie, denn jetzt wird langsam klar, dass die Reichen und Mächtigen dieser Welt über derarte Propagandasprachrohre ihre Macht ausbauen und dabei die Demokratie zu ihrem Vorteil aushöhlen und - wie in den USA - vielleicht sogar zerstören wollen. Die "Flood the zone with shit"-Strategie von Bannon oder der "A lie, repeated often enough, becomes the truth"-Klassiker sind nur der Anfang, denn mittlerweile sind ja sogar die Plattformen so strukturiert, dass sie solche Taktiken verstärken. Diese Gefahr sollten wir todernst nehmen und entsprechend agieren.

[Edit: Typo]

 

Das ging sehr schnell mit der Opferrolle. Interessanterweise gab Hasselhorn direkt zu, in der Sezession vom rechtsextremen IfS veröffentlicht zu haben. Aber natürlich nur bevor das als rechtsextrem eingestuft wurde, zum spezifischen Inhalt keine Aussage. Damals waren das ja sicher noch lupenreine Demokraten!

Bei Interesse kann ich auch die Recherche der taz empfehlen.

Edit: Typo

 

Ich brauche diese Rede um mich emotional auf die nächsten 4 Jahre politischer Rollercoaster einzustellen...

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