"Wollen" und "darauf dringen" kann man ja viel. Tatsächlich braucht es dafür aber eine Änderung der Verträge. Und dafür bräuchte es just die unmöglich zu erringende Einstimmigkeit, die man abzuschaffen versucht. Denn klar ist: Die russischen Handpuppen Fico (Slowakei) und Orbán (Ungarn) werden einer solchen Änderung nie zustimmen.
Was dagegen denkbar (aber irre aufwändig in der Umsetzung wäre), wäre eine Parallelstruktur zur EU, gegründet und getragen von den großen, politisch noch nicht völlig von russischer Einflussnahme unterwanderten Nationen Europas, darunter auch Deutschland. Diese Parallelstruktur müsste meisten Funktionsweisen der EU übernehmen, nicht aber ihre groben Konstruktionsfehler (Kommission und Ministerrat, Einstimmigkeitsprinzip, Wanderzirkus, fehlende Ausschlussmechanismen). Wenn die Zugpferde der EU eine solche Struktur forcieren (und ihr Engagement in der "alten" EU entsprechend zurückfahren) kann eine Sogwirkung entstehen, die auch alle anderen EU-Mitglieder in die neue Entität zieht. Am Ende steht der Austritt aller Nationen aus der alten EU - zurück in der nun leeren Hülle bleiben (womöglich) nur Ungarn und die Slowakei.
Kernprobleme dieser Konstruktion: Riesiger Zeit- und Kostenaufwand, gekoppelt mit großer Unsicherheit / Glaubwürdigkeitsverlust der EU in der Übergangsphase. Man muss sich da aber ehrlich machen und das aufrechnen gegen den Zeit- und Kostenaufwand sowie die Unsicherheit und Unglaubwürdigkeit der aktuellen Verfasstheit.
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